North Sails NEWS

April 26, 2018

SCHAMFILUNG SCHLÄFT NICHT

Unsere Informationen zur DIY-Segelpflege sind nur für traditionelle Tuche und Laminate anwendbar. 3Di ist eine Verbund-Technologie und kein Segellaminat. Wenn Sie mehr zur Pflege von 3Di-Segeln erfahren möchten, besuchen Sie unsere Seite zur Segelpflege. Hier erfahren Sie, was Sie über das Schamfilen an traditionellen Segeltuchen wissen müssen.

Dan Neri, CEO von North Sails, erklärt uns, wie Sie verhindern können, dass Ihre Segel durch Schamfilen zerstört werden.

An Stellen, an denen weiches Tuchmaterial eines Segels an einem harten Metallteil reibt, kommt es mit der Zeit zu Beschädiungen durch Schamfilen. Für einen Segelmacher ist es schwierig im Voraus zu erkennen, wo sich alle diese potentiellen Schamfil-Bereiche befinden. Sie müssen daher auf solche Bereiche achten und – noch bevor ein Loch entstehen kann – neuen Schamfilschutz hinzufügen oder alten ersetzen.

Für Schamfil-Bereiche um Kauschen und Augen sind schweres Dacron und robustes Gurtband am besten geeignet. Gurtband lässt sich einfach um Ecken legen und besteht aus dickeren Fasern, wodurch es beständiger ist als Dacron. Dacron ist andererseits nicht ganz so klobig und lässt sich daher leichter vernähen. Leder als Schamfilschutz empfehlen wir nicht so gerne, obwohl es hübsch aussieht, wenn es neu ist. Wenn Leder nass wird, dehnt es sich aus und reißt daher leichter als Schamfilschutz aus Gewebe.

Dieser Schamfilschutz aus Leder nützt dem Segel gar nichts. Wenn das Leder nass wird, reibt es dort, wo die Reffleine dagegenscheuert, auf. Hier wurde zudem oberhalb des Reffauges eine zweite Schicht Leder über den ersten Schamfilschutz genäht. Dieses neue Leder wird ewig halten, denn dort kann die Reffleine niemals entlanglaufen und schamfilen.

Jedes Mal, wenn Sie bemerken, dass das Segel am Rigg oder ein Lazy-Jack oder Achterstag am Segel reibt, markieren Sie diese Stelle mit einem Stift. Bedecken Sie anschließend bei der nächsten Gelegenheit diese Stelle mit einem geeigneten Material.

 

Schamfilschutz selbst herstellen

Das gängigste Material gegen Schamfilen ist „Stickyback". Es ist sehr leicht und passt sich daher der Segeloberfläche sehr gut an, auch wenn es in Bereichen mit schon vorhandenen, mehrschichtigen Verstärkungen oder an Lattentaschen aufgebracht wird. Die Oberfläche ist glatt, wodurch das Tuch an anderen Materialien vorbeigleiten kann, ohne dass es sich verfängt oder durch die Reibungswärme aufheizt. Allerdings ist dieses Material, weil es sehr dünn und aus leichten Fasern hergestellt ist, nur eine vorübergehende Lösung.

Etwas widerstandsfähigere Schutzflicken können aus gewebtem Polyester-Segeltuch und mehreren Streifen Segeltape oder einer dünnen Schicht Flüssigklebstoff hergestellt werden. Soweit möglich sollte Material auf Schamfil-Bereiche mit Klebstoff aufgebracht anstatt aufgenäht werden, denn es muss in Zukunft auch leicht wieder erneuert werden können.
Nähen hinterlässt bei der Entfernung des alten Schamfilschutzes Einstichlöcher im Segel, und beim Aufbringen des neuen Materials ebenfalls. Am besten ist es, mehrere Lagen eines leichteren Materials mit Klebstoff aufzubringen.

Mehrlagige Schutzflicken sollten aus immer kleiner werdenden Schichten bestehen, bei denen die größte etwa 20-40% größer ist als die kleinste.

Häufige Schamfil-Bereiche umfassen:

Salinge

Stellen, an denen die Salingenden stark in die Segeloberfläche drücken, sollten mit einer aufgenähten Dacron-Verstärkung auf beiden Seiten des Segels geschützt werden. Wenn das Achterliek des Segels während des Wendemanövers an der Salingbasis entlangstreift, aber das Salingende nicht berührt, können Sie einen dünneren Schutzflicken aufbringen, der nur zur Polsterung dient.

Großsegel auf Booten mit gepfeilten Salingen haben besonders auf Vorwindkursen und während des Reffens ein größeres Risiko, von den Salingenden durchstochen zu werden. Mit der sich ändernden Belastung des Segels wird das Tuch stark gegen die Salingenden gepresst. Mit der Zeit schamfilt das Salingende so ein Loch in das Segel. Da sich das Loch auf der Leeseite befindet, ist es möglicherweise nicht gut sichtbar. Wenn es aber nicht schnellstmöglich repariert wird, können daraus beträchtliche Schäden entstehen.

Dieses Loch in und durch die Lattentasche hindurch entstand durch anhaltendes Schamfilen am stehenden Gut des Bootes.

Tipps zur Vermeidung von Segelschäden beim Reffen

  • Übertrimmen Sie das Segel ein wenig oder halten Sie den Baumniederholer dicht gesetzt.
  • Achten Sie auf alle Schamfilschutzlagen des Segels.
  • Umwickeln Sie das Salingende mit schwarzem Klebeband, sodass die Saling auf dem Segel als Frühwarnzeichen eine Markierung hinterlässt.

Relingsstützen

Wenn das Unterliek des Vorsegels sich manchmal am oberen Ende der Relingsstützen verfängt, können Sie einen Dacron-Schutzflicken auf beide Seiten des Segels aufnähen. Wenn das Unterliek manchmal am Schäkel reibt, der den oberen Relingsdraht mit dem Bugkorb verbindet, können Sie dort einen dünneren Schutzflicken anbringen, der nur zur Polsterung dient.

Durchgehende Lattentaschen

Eine polsternde Schicht aus auf Dacron-Tape aufgenähtem Spectra-Gurtband kann wenn nötig leicht durch eine andere ersetzt werden.

Durchgehende Latten reiben an stehendem Gut, Achterstagen und Lazy-Jacks. Das stehende Gut ist das größte Problem, denn es ist unbeweglich und hart. Die Segellatte ist ebenfalls unflexibel, was bedeutet, dass das Taschenmaterial sich sprichwörtlich zwischen Baum und Borke befindet. Die Taschen sollten mit einer robusten Schicht aus Tuch oder Gurtband abgedeckt werden, am besten mit Spectra, da dieses Material sich im Gegensatz zu Polyester nicht durch Reibung erwärmt. Gurtband aus Nylon ist sehr scheuerbeständig, aber es schrumpft und legt dadurch die Lattentasche in Falten.

So stellen Sie einen Schamfilschutz für die Lattentaschen her

  • Schneiden Sie ein Stück dünnes Segeltape in der gleichen Länge und Breite wie die Lattentasche zu.
  • Nähen Sie in der Mitte entlang der Längsachse einen Streifen Spectra-Gurtband auf.
  • Kleben Sie dieses Band auf die Lattentasche, sodass das Spectra nach außen zeigt.
  • Nähen Sie entlang der Kanten der Lattentasche, sodass die neue Naht möglichst der schon exisitierenden entspricht.

Auszug aus „The Complete Guide to Sail Care and Repair" von Dan Neri

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