North Sails NEWS

DAS KLEINE OPTIMIERUNGS-EINMALEINS

Schneller werden Schritt für Schritt

Die Regattasaison steht unmittelbar vor der Tür. Für die hiesige ORC-Szene geht es in bekannter Manier mit dem Regatta-Training Go4Speed vor Kiel-Schilksee los. North Sails ist auch in diesem Jahr Partner und wir werden natürlich an dieser Stelle über das Training berichten. Einige unserer Kollegen werden vor Ort sein und den Seeseglern den über den Winter angesetzten Kalk aus den Gelenken schütteln. 

Damit der Saisonauftakt aber nicht nur auf dem Wasser, sondern auch auf dem Papier bestmöglich eingeläutet wird, widmen wir uns in diesem Teil unserer ORC-Serie erneut dem Messbrief. Denn: Wenn der Messbrief nicht stimmt, nützt das beste Training nichts. Das hat wenig mit ausgeklügelter Optimierung zu tun, sondern mit sachverständiger Vorbereitung. Seesegeln ist ein technischer Sport, der ORC-Messbrief ein zentrales Werkzeug. 

Wir haben unsere ORC-Experten Bertil Balser gefragt, was die drei wichtigsten Bausteine auf dem Weg zu einem funktionstüchtigen Messbrief sind. Die nachfolgenden Punkte dienen folglich einer ersten Annäherung an das eigene ORC-Zertifikat. Was sich trivial anhört, kann im Zweifelsfall zu substanziellen Verbesserungen im Rating führen. Denn wie in allen komplexen (Mess)-Systemen gilt: Auf die Genauigkeit der Werte kommt es an. Hier nun also drei Tipps zur ersten Messbrief-Optimierung: 

Kenne dein Rating: Welche Werte sind für die ORC-WM wichtig und welche Messwerte spielen die größte Rolle? 

Wie wir in der vergangenen Ausgabe bereits skizziert haben, besteht der ORC-Messbrief aus einer Vielzahl von Werten. Alle haben einen Beitrag auf das Rating insgesamt nur: Manche sind wichtiger als andere. Es ist für die Frage des Ratings also entscheidend, sich folgende Fragen zu stellen: 

  • Passt das Crewgewicht?
  • Passen P und E-Marke?
  • Sind alle freifliegenden Segel angeben? 
  • Sind alle asymmetrischen Segel angegeben? 

Das Crewgewicht hat einen spürbaren Einfluss auf das Rating, ebenso wie die vermessene Großsegelfläche. Hier lohnt es sich also, genau hinzuschauen und im Zweifelsfall vor dem Maststellen das angegebene Maß zu kontrollieren. Selbiges gilt für das Segelinventar: Kommen freifliegende Segel zum Einsatz? Dann sollten diese eingetragen sein. Ebenso, wenn auf einem Boot mit Spinnaker-Setup jüngst ein Gennaker mit an Bord gekommen ist. Dabei ist es egal, ob das asymmetrische Segel kleiner ist als der vermessene Spi. Kommen asymmetrische Segel zum Einsatz, muss dies auf dem Messbrief hinterlegt sein. Andernfalls drohen empfindliche Strafen bis hin zur Disqualifikation. 

Schaue genau hin: Wann wurden Segel und Schiff zuletzt vermessen? Segel schrumpfen, Boote werden schwerer. Wird all das im aktuellen Messbrief akkurat dargestellt?

 Für die Segel gilt: Eine jährliche Nachvermessung ist ausreichend, um die Veränderung in der Fläche akkurat festzuhalten. Wer es ganz genau wissen will, etwa vor einer Weltmeisterschaft, der lässt seine Segel unmittelbar vor dem Event nachvermessen. Dies stellt auch sicher, dass die Werte im Vermessungssticker mit den Werten auf dem Messbrief wirklich übereinstimmen. Denn stimmt eines dieser Maße im Rahmen einer Kontrollvermessung nicht, ist der Tag in der Regel ruiniert – egal, wie man vorher gesegelt ist. 

Die Wasservermessung darf bei Europa- und Weltmeisterschaften nicht älter als fünf Jahre sein. Das ist eigentlich auch ein guter Rhythmus für die Wasservermessung: Geräte werden ein- und ausgebaut, hier ein neues VHF, dort ein zusätzlicher Handlauf – kurzum: Irgendwas ändert sich immer und so macht es Sinn, diesen Veränderungen durch eine aktuelle Wasservermessung Rechnung zu tragen. 

Begegne deiner Angst: Es gibt Werte auf dem Messbrief, die können einem im Falle einer Nachvermessung echt den Tag versauen. Wie kann man sicherstellen, dass der Messbrief wirklich wasserdicht ist und wo liegen die größten Fallstricke?

Das Problem ist ja Folgendes: Selbst wenn man alles möglichst akkurat und durchführt, steckt der Fehlerteufel wie so oft im Detail. Versichert euch daher lieber einmal zu viel als zu wenig davon, dass die wichtigsten Maße stimmen. Das sind: 

  • E und P
  • Crewgewicht
  • Freibordmarken
  • Saftey-Equipment (das ist nochmal eine Geschichte für sich ehrlicher Weise…)

So oder so: Übung macht den Meister und für jede Frage rund um den Messbrief steht ein North Sails Ansprechpartner bereit. In diesem Sinne: Einen frohen Saisonauftakt!

  • #GoBeyond