North Sails NEWS

Story Contributors: Gunnar Bahr

ZWANZIG QUADRATMETER RAFFINESSE

North Sails erfolgreich bei der 20 Quadratmeter Jollenkreuzern

📸 Team Magdanz

Voller Erfolg für North Sails bei der diesjährigen German Open der 20er Jollenkreuzer in Berlin. Der Crew der ALI W. um Steuermann Jens Magdanz gelang im zehnten Anlauf der Sprung an die Spitze der Ergebnisliste: nach neun Silbermedaillen endlich Sieger der German Open im 20er Jollenkreuzer. Und das mit Segeln von North an Bord. Wir haben North Sails One Design-Experten Gunnar Bahr gefragt, worauf es im 20er Jollenkreuzer ankommt und was aus seiner Sicht den Unterschied bei schnellen Segeln in der Konstruktionsklasse macht. 

Moin Gunnar! Segel von North Sails haben grade auf dem Wannsee die German Open gewonnen. Was muss man tun, um einen 20er Jollenkreuzer schnell zu segeln?

GB: Um schnell zu segeln, braucht es vor allem gutes Bootsgefühl und ein gutes Verständnis der Eigenheiten der Klasse. Der 20er Jollenkreuzer ist eine Konstruktionsklasse, die auf den Binnenseen seit jeher viel gesegelt wird. In den Gewässern in und um Berlin erfreut sich die Klasse einer steten Beliebtheit: Neue Boote werden gebaut, die Meldelisten sind voll, da wird guter Sport geliefert. 

Was macht die Boote besonders?

GB: Der 20er Jollenkreuzer ist im Kern eine Box-Rule so wie wir das in moderner Interpretation von der TP52 kennen. Das heißt: Einige Werte sind vorgegeben und am Ende muss das fertige Boot in die von der Regel gesetzte „Box“ passen. Es gibt also im Detail durchaus Unterschiede zwischen den Booten, gleichzeitig öffnet das auch für die Segel-Designer eine zusätzliche Tür, individuelle Schnitte mit den einzelnen Teams zu erarbeiten. 

Die Sieger-Crew der German Open 2022 vertraute erstmalig auf North Sails – was waren das für Segel?

GB: Das Design kommt ursprünglich von unserem Kollegen Hans Spitzauer, wir haben das dann für die Crew etwas angepasst. Typisch für die 20er Jollenkreuzer ist die extrem überlappende Genua. Das Boot ist 7.5 Meter lang, das Unterliek der großen Genua 1 misst bei 4.5 Meter ein. Bei einem J-Maß von 1.2 Metern sprechen wir hier also über 220% Überlappung. Und das Boot braucht das auch, um richtig schnell zu sein. 

📸 Team Magdanz

Was heißt das konkret für das Design der Segel?

GB: Das wir es mit einer kniffligen Angelegenheit zu tun haben! Die Boote haben mit einer Breite von 2.5 Metern zwar reichlich aufrichtendes Moment, aber dies hängt vor allem an der Crewarbeit. Der 20er hat außer seinem Ballastschwert aus Carbon keinen weiteren Ballast, der das aufrichtende Moment positiv beeinflusst. Das macht das Segel-Design sehr individuell. Die Frage ist: Wie muss die Genua geschnitten sein, damit die Crew das Segel maximal lang tragen kann. 

Und vor dem Wind?

GB: Vor dem Wind kommen noch mal 55 Quadratmeter Spinnaker dazu. Die Klassenregeln erlauben extrem breite Schultern, was einerseits zu beachtlicher Segelgröße führt, die Segel andererseits trimmintensiv macht. Da ist schon eine fähige Hand gefragt, um vor dem Wind richtig schnell zu sein. 

Wie geht es für die Klasse jetzt weiter?

GB: Als nächstes Highlight steht die Europameisterschaft am Vierwaldstättersee an. Die Crew um Jens Magdanz fährt als amtierende Europameisterin in die Schweiz und ist natürlich motiviert, gut zu segeln. 

Full Results:
https://www.manage2sail.com/da-DK/event/go2220er#!/results?classId=dfa88a5b-8bd1-4d48-8f0c-f79eeda4f517

📸 Team Magdanz

Story Contributors

Zwanzig Quadratmeter Raffiness headshot
Gunnar Bahr

Sail Expert — Berlin, Germany Hamburg, Germany

Gunnar joined North Sails Germany in 2016. He won an Olympic Silver Medal in the Soling in 2000, as well as five Europeans and a Worlds. For ten years he was part of the famous Italian sailing project Robertissima, and...

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