North Sails NEWS

ARE YOU TOUGH ENOUGH?

Neues Leben für eine zeitlose Klasse

📸 Ingvild Bucholz / FSC

Are you tough enough? Diesen Slogan gab sich die X-79 Klassenvereinigung einst als 

Anspielung auf die nicht immer einfache Handhabung der kleinen X. Viel Segelfläche an einem flexiblen Rigg, gepaart mit einem entsetzlich kleinen Ruderblatt, ergeben seit jeher eine seglerisch anspruchsvolle Mischung. Im Englischen würde man sagen: She’s quite a handful.

Die sieben Meter neunzig lange Konstruktion von Niels Jeppesen erwuchs in den 1980er-Jahren schnell zu einer überregionalen Einheitsklasse und begründete damit den weltweiten Erfolg der Marke X-Yachts. Regatten mit über 40 Booten an der Startlinie waren keine Seltenheit und zahllose Seglerinnen und Segler haben mit der X-79 prägende Jahre erlebt. 

Diese Zeiten sind lange vorbei. Moderne Konstruktionen im Sportboot-Bereich gruben der Einstiegs- X Ende der 1990er-Jahre Stück für Stück das Wasser ab. 

Frischer Wind für alte Besen

Doch entgegen aller Unkenrufe war die Klasse nicht totzukriegen. Die X-79 ist ein Sympathieträger und auch sinkende Gebrauchtbootpreise brachten frischen Wind in die alte Klasse. Die Folge: In den letzten Jahren erfreut sich die X-79 wieder an steigender Beliebtheit. Die Teilnehmerzahlen der German Open sind stabil bis steigend, selbiges gilt für Distanzwettfahrten in Dänemark: Ob Palby Fyn Cup oder Silverrudder, beide Regatten locken Jahr für Jahr zahlreiche X-79 an die Linie. 

Einer, der daran nicht ganz unbeteiligt sein dürfte, ist der neunzehnjährige Nico Barth aus Flensburg. Gemeinsam mit drei Freunden segelt er die GER 397 „Auf Schexbier“ inzwischen in der vierten Saison. „Wir sind vorher zusammen auf anderen Booten gesegelt“, sagt Nico und fügt hinzu: „Etwas eigenes auf die Beine zu stellen war aber reizvoller als nur mitzusegeln.“ 

📸 Ingvild Bucholz / FSC

Die X-79 war nicht nur in finanzieller Hinsicht eine realistische Alternative: Auf ihrem Heimatrevier der Flensburger Förde findet seit 2015 die German Open statt. Im Flensburger Segel-Club allein liegen vier X-79, die aktiv gesegelt werden.

„Wir haben uns diverse Boote angeschaut und sind dann mit der Baunummer 397 bei Hamburg fündig geworden.“ War das Boot in einem sehr guten Zustand, bestand bei den Segeln akuter Handlungsbedarf. Die in die Jahre gekommene Garderobe wurde Stück für Stück mit Segeln von North Sails ersetzt. 

„2019 kam unser neues Großsegel, ein Jahr später dann die Genua und der Spinnaker“, sagt Nico. Und weil früher eben nicht alles besser war, erlaubt die aktuelle Klassenvorschrift nun auch den vollumfänglichen Einsatz von modernen Tuchen und Produktionsverfahren. 

 „Auf Schexbier“ ist folglich partiell mit 3Di Raw 360 unterwegs, die Crew der GER 360 „Equinox“ hat neben der Genua auch das Großsegel in 3Di Raw. 

Und wie geht es für die Crew der „Auf Schexbier“ weiter? „Wir segeln dieses Jahr noch das Glücksburg Offshore Race und die Kalkgrund-Regatta als Ausklang, dann ist leider schon wieder Feierabend.“

Die Crew der „Auf Schexbier“ auf Facebook:
https://www.facebook.com/aufschexbier397

 Die deutsche X-79 Klasse online:
https://www.x-79.de

 Ergebnisse der German Open 2022:
https://www.manage2sail.com/de-DE/event/Foerdewoche2022#!/results?classId=GOX79

📸 Ingvild Bucholz / FSC
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